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Die Villa Carlotta am Comer See

Vielen Gartenfreunden wird der 7 Hektar große Park bekannt sein wegen seiner einmaligen Azaleen. In der Villa, gleich nebenan, verbrachte Konrad Adenauer seine Sommerferien bzw. erledigte von dort aus seine Amtsgeschäfte. Adenauer hatte einen eigenen Schlüssel für ein Gartentörchen und konnte so zu jeder Zeit in den Garten. Adenauer regierte auch zu Hause in Bonn überwiegend von seiner Dienstvilla aus. Das jetzige Kanzleramt in Berlin hat 450 Millionen DM gekostet. Gigantomanie. - Zurück zum Garten.

Die Villa Carlotta wurde bereits 1690 erbaut und hatte verschiedene Eigentümer, bis sie 1843 von der Prinzessin Marianne von Nassau an ihre Tochter Charlotte zur Hochzeit mit Georg Kronprinz von Sachsen-Meiningen geschenkt wurde. Heute ist die Villa staatlich, wird aber von einer privaten Trägergesellschaft kostendeckend verwaltet. Die Gärten sind nicht nur berühmt wegen der ausgedehnten Azaleen-Pflanzungen. Wir sehen dort auch baumhohe Rhodododendren, immergrüne Magnolien, Sequoiadendron sempervirens, Jubea spectabilis (eine der schönsten Palmen). Im oberen Teil wurde der Park um einen Bambusgarten erweitert. Die Planung oblag dem Turiner Gartenarchitekt Lorenzo Bar, die Bambusse wurden vom Centro Bambù Italia (Zweigbetrieb der Baumschule Eberts) geliefert. Eine großzügige Freitreppe wurde aus Natursteinen errichtet.

Ein Tori begrüßt am Eingang des Bambusgartens. Mehr als 1 km Rhizomsperren wurden verlegt. Ein Bachlauf geht über kleine Kaskaden mitten durch den Bambuspark. Eine Kiesfläche mit einer Felslandschaft laden zum Meditieren ein. Die Bambusse haben sich innerhalb von drei Jahren prächtig entwickelt.

Die Stars dürften die von weitem sichtbaren Phyllostachys pubescens sein. Ein einmaliges üppiges Grün, die riesigen Halme leicht überhängend. Auch der Schildkrötenbambus (Kikku Chikku) macht dort dicke Halme. Faszinierend die sich samtig anfühlenden Halme des Phyllostachys pubescens bicolor, gelbe Halme mit grüner Streifung. Der Phyllostachys vivax aureocaulis mit seinem leuchtend gelben Halm entwickelt Halmstärken, von denen wir nördlich der Alpen natürlich nur träumen können. Selbst frostempfindliche Arten wie Sinobambusa tootsik variegata oder Chimonobambusa quadrangularis (Viereckbambus) tun es in diesem milden Klima prächtig.

Beispielhaft die Flächen mit den Bodendecker-Bambussen, hauptsächlich Pleoblastus distichus, saftig grüne Flächen, völlig pflegefrei. Im Halbschatten säumt Shibatea kumasa die Wege. Dieser einmalige Bambusgarten ist ein Besuch wert. Die Pflege durch Obergärtner "Iseo" und sein Team läßt nichts zu wünschen übrig. Öffnungszeiten und mehr erfahren Sie unter

www.villacarlotta.it

Wolfgang Eberts

 

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