Allgemein

Bambus ist ein Gras!

Um eine Ordnung in die Vielfalt der Pflanzenwelt zu bekommen, entwickelten die Botaniker eine Systematik, nach der die Pflanzen in Familien, Gattung, Art und Sorte eingeteilt werden. Die meisten Pflanzen werden durch ihre Blüten und Erbanlagen in dieses System eingeteilt. Bei Bambus ist dies schwierig, da er so selten blüht.  Aber durch den Aufbau seiner Halm- und Blattstruktur wurde Bambus der Familie der Gräser zugeteilt.

Am Beispiel von Phyllostachys aureosulcata ‘Aureocaulis‘  soll die Systematik verdeutlicht werden.

FAMILIE:     Gräser (Poaceae)          

GATTUNG:   Phyllostachys               

ART:            aureosulcata                 

SORTE:       ‘Aureocaulis‘                

Durch die Zugehörigkeit zu den Gräsern, wird auch bei einem 20 Meter hochgewachsenem Bambus von „Halm“ und nicht vom „Stamm“ gesprochen. In der Gruppe der Bambusse gibt es „Gräser“, die nur 20-30 cm hoch werden (Pleioblastus pygmaeus), aber auch welche, die bei uns über 10 m hoch werden (Phyllostachys viridiglaucescens) können.

Wachstum unterirdisch

Bambus breitet sich unterirdisch durch Rhizome (unterirdische Sprossachsen) aus. Rhizome speichern Reservestoffe, die Wurzeln wachsen nach unten aus ihnen und nach oben die Halme. Das Rhizom-Wachstum ist entscheidend, ob ein Bambus zu den horst- oder hainbildenden Bambussen gezählt wird. Zur Gruppe der horstigwachsenden Bambusse gehören neben tropischen Bambussen, die in unserem Klima nicht  winterhart sind, auch die Fargesien. Diese Bambusse sind unkritisch in ihrer Ausbreitung. Das Wachstum der Rhizome ist gestaucht, daher wachsen die Halme sehr nah an der Pflanze, die in sich breiter wird.  Es wird keine Rhizomsperre benötigt.

Anders sieht es bei den hainbildenden Bambussen aus, die die Mehrzahl der winterharten Bambusse ausmacht. Hier breiten sich die Rhizome unterirdisch aus und können bis zu 10m entfernt von der Mutterpflanze einen neuen Halm ausbilden.

Muss ein Bambus ausgegraben werden,  ist es wichtig auch kleine Rhizomstücke aus der Erde zu entfernen, es kann sich bereits aus einem vergessenen Stück ein neuer Halm bilden und sich eine neue Pflanze entwickeln. Die kleinen weißen Wurzeln sind ungefährlich, sie können in der Erde belassen werden.

Wachstum oberirdisch

Zwischen Mai und August ist die Hauptwachstums-
phase von Bambus. In diesem Zeitraum wächst ein Bambushalm auf seine Endhöhe und entfaltet Zweige
und Blätter. Je nach Sorte sprießen die Sprosse bei Phyllostachys früher oder später im Frühjahr, die tropischen Sorten zeigen ihre Sprosse erst im Spätsommer. Die jungen Sprosse vieler Phyllostachys-Arten sind essbar, wobei in unserem Klima die Ernte  mager ausfällt. Nach dem Austrieb
werden die Sprosse geerntet, idealerweise von Phyllostachys edulis, Phyllostachys glauca oder Phyllostachys nigra ‘Boryana‘.

Kaufen Sie einen Bambus bei uns und pflanzen diesen aus, ist es möglich, dass Sie im ersten Jahr wenig oberirdisches Wachstum sehen, da sich die Pflanze zuerst unterirdisch etabliert.
Sie bildet neue Wurzeln und Rhizome. Jedoch im folgenden Jahr sehen Sie dafür umso mehr.
Die neuen Halme, welche sich bilden, können die bestehenden Halme um 30-50 cm überwachsen.
Ein Halm wächst immer aus der Erde in
4-6 Wochen auf seine Endhöhe und danach nicht weiter.
Nach etwa 7 Jahren ist die Wuchsendhöhe des Bambus erreicht. Es bilden sich neue Halme, diese wachsen nicht höher als die bestehenden.

Anders als Bäume haben Bambusse kein Dickenwachstum. Ein Halm wächst mit seinem Durchmesser aus dem Boden und schiebt sich teleskopartig auseinander. Die Abstände zwischen den Knoten sind bereits im Boden angelegt. Das Wachstum pro Tag kann 30 bis 50 cm betragen. Sobald der Halm auf seiner Höhe ist, entfaltet sich die Seitenverzweigung und die Blätter. Die Halmscheideblätter, die das Rhizom schützen, fallen ab. Musterung und Farbe dieser Halmscheideblätter sind bei jeder Sorte charakteristisch.
Ein Halm hat ca. eine Lebensdauer von 4-7  Jahren, danach wird er grau und das Laub vertrocknet. Um Platz für neue Halme zu schaffen, sollten diese alten Halme bodeneben abgeschnitten werden.

Botanik

Das Bambusblatt

Alle Bambusblätter haben gleich, dass die Form länglich-lanzettlich ist und nach vorne spitz zuläuft. Die Adern verlaufen parallel, nicht wie bei Blättern von Linden oder Ahorn netzartig. Die Größe, Breite und Färbung variieren sehr stark unter den verschiedenen Sorten. Dadurch ergibt sich eine große Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten, von filigran bis sehr groß, von einem satten Grün bis gelb gestreift.

Bambusblätter haben die Eigenschaft sich einzurollen, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren und als Zeichen für Trockenheit. Bei Fargesien ist dieses Einrollen im Winter ein Schutz gegen Frost.

Im Frühjahr erneuert Bambus sein Laub. Während sich neues Laub ausbildet, wird das alte Laub abgeworfen, hierdurch sehen die Pflanzen manchmal etwas schütter aus, es ist aber nicht besorgniserregend.  Der Standort sollte kontrolliert werden, falls der Bambus außerhalb des Frühjahrs sehr viel Laub verliert, welches sich zuvor gelb verfärbt. Dies ist ein Zeichen für zu viel Nässe oder zu starke Trockenheit.  Bei Staunässe ist zu empfehlen den Bambus zu verpflanzen. Durch Trockenheit im Winter oder im Sommer kann es auch zu Laubfall kommen.

Bambusblätter können unter der Pflanze belassen werden. Das Laub wird zersetzt und führt dem Bambus wichtige Nährstoffe zu. Im Winter dient es dem Wurzelbereich als Schutz.

Die Bambusblüte

Da Bambus ein Gras ist, ist die Blüte eher unscheinbar. Bei manchen Arten liegen die Blühintervalle bei 120 Jahren. Wodurch der Reiz zur Blüte ausgelöst wird, ist noch nicht erforscht. Manche Arten (Fargesien) investieren ihre ganze Kraft in die Blüte und sterben danach ab. Beispiel hierfür ist die Blüte Mitte der 1990er Jahre bei Fargesia murieleae. Wegen der seltenen Blüte werden Bambusse geteilt, es entstehen viele Klone, die genetisch identisch sind. So war es auch bei dieser Fargesia-Art. Der Zeitpunkt zur Blüte liegt in den Genen und alle Fargesien dieser Art haben gleichzeitig geblüht und starben ab, was zu enormen Ausfällen führte. Inzwischen wurden neue Sorten selektiert, die erst in 60-100 Jahren blühen dürften. Wofür aber keine Garantie gegeben werden kann.

Pleioblastus nimmt bei einer Blüte weniger Schaden. Hier hilft ein kräftiger Rückschnitt, ausreichende Düngergabe und gutes Wässern für einen Neuaustrieb.  Auch bei Phyllostachys erscheint manchmal eine Blüte. Hier kann ein Halm blühen, gleichzeitig schieben sich neue Halme aus dem Boden. Den blühenden Halm bodeneben abschneiden, die Pflanze wässern und düngen, um den erhöhten Nährstoffbedarf auszugleichen.

Vermehrung

Die einfachste und erfolgreichste Vermehrungsmethode ist die Teilung einer Pflanze. Dadurch entsteht sofort eine vollwertige Pflanze. Auch möglich ist das Abnehmen eines bewurzelten Rhizomstückes, welches wieder in Erde gepflanzt wird und als Ausgangsmaterial dient.

Die Aussaat über Samen gestaltet sich sehr schwierig und braucht viel Geduld, ist prinzipiell aber möglich. Es wird verschiedenes Saatgut angeboten. Die Lagerfähigkeit von Bambussamen ist begrenzt, die Keimrate ist gering. Bis die Pflanze ins Freiland ausgepflanzt werden kann dauert es mehrere Jahre und ein Verlust von über 50 % ist nicht selten.

Eine weitere Methode Bambus zu vermehren ist über Meristemvermehrung. Hierbei werden Zellen auf ein Nährmedium aufgebracht und es bildet sich neues Gewebe, das sich zu einer Pflanze entwickelt. Diese Methode ist aber nur im Labor durchführbar.

Standort

Standort

Der richtige Standort ist entscheidend für das Gedeihen Ihres Bambusses. Bei der Sortenauswahl sollte daher immer der Standort als das wichtigste Kriterium angesehen werden. Zu den Standortfaktoren zählen der Boden, Licht, Temperatur und Wind.


Boden

Für Bambus sollte der Boden locker, sandig-lehmig bis humos sein und gute Drainageeigenschaften besitzen. Es darf sich keinesfalls Staunässe bilden. Wie die meisten Pflanzen mag Bambus einen leicht sauren pH-Wert von 5,5 bis 6,8. Der pH-Wert ist aber nicht entscheidend, wenn die anderen Faktoren optimal sind, wächst Ihr Bambus auch in einem leicht alkalischen Boden. Zur Verbesserung des Bodens kann unser Bambus-Dünger eingearbeitet werden.

Schwere, undurchlässige Böden werden durch die Zugabe von Sand oder anderen Lockerungsmitteln verbessert. Haben Sie einen sehr sandigen Boden mischen Sie mehr lehmigen Boden und guten Kompost hinzu. Bei staunassen Böden ist eine Drainageschicht aus Kies unerlässlich. Leben Sie an einem Ort mit sehr hohem Grundwasser, sollte der Standort etwas angehügelt werden.

Licht

Phyllostachys mögen eher einen sonnigen Standort, Fargesien eher schattig. Durch die Sortenvielfalt findet sich für alle Lichtverhältnisse die richtige Pflanze. Der Standort sollte nicht vollsonnig sein, besonders im Winter schützt eine leichte Beschattung vor der Wintersonne und vor Trockenschäden. Die bodendeckenden Arten wie Pleioblastus und Sasa bevorzugen eher halbschattige bis schattige Plätze und eignen sich daher für Unterpflanzungen. Aber auch Pseudosasa japonica verträgt einen schattigen Platz. Besonders Fargesien rollen bei direkter Einstrahlung die Blätter als Verdunstungsschutz, daher sollten diese eher einen halbschattigen bis schattigen Standort bekommen.


Temperatur

Ein Bambus mag es warm, umso besser entwickelt er sich. Je länger und je wärmer ein Sommer ist, umso höher und dicker werden die Halme. Ein Halm von Phyllostachys pubescens wird in Asien bis zu 30m hoch und hat einen Durchmesser von 15cm, in Italien wird der Halm nur noch 20m hoch und im deutschen Weinbauklima 10m hoch, auf der Schwäbischen Alb wird durch die Kälte im Winter diese Sorte nicht überdauern. Sie werden also in Deutschland in Ihrem Garten nie Halme bekommen, wie Sie sie in Italien oder Frankreich im Urlaub gesehen haben.

Tropische Bambusse wachsen durch die Winterkälte in unseren Regionen nicht. Daher haben wir diese Sorten nicht unserem Sortiment, sondern verkaufen nur winterharte Bambusse.





Wind

Bambushalme sind im Wind äußerst flexibel, sie biegen sich, aber brechen kaum. Nur wenn sie fixiert werden,  kann es zu Bruch kommen, da an dieser Stelle extreme Belastungen auftreten. Durch  Wind ist es möglich, dass sich die Verdunstung und dadurch der Wasserbedarf erhöht. Dieses Problem tritt häufig im Winter durch kalte Ostwinde auf und zeigt sich durch trockene Blätter. Durch richtigen Winterschutz reduziert sich die Problematik. Bambus ist auch ein sehr guter Windschutz.

Pflanzung

Pflanzzeit

Ideale Pflanzzeit für Bambus ist von März bis Oktober. Der Bambus wurzelt noch ausreichend vor dem Winter ein. Je später Sie pflanzen, desto wichtiger ist ein Winterschutz und desto höher ist der Wasserbedarf im Winter, da Bambus immergrün ist. Der Wasserbedarf ist auch bei einer Pflanzung im Sommer erhöht. Vorsichtig müssen Sie sein, falls Sie Bambusse mit frischen Halmen pflanzen, da diese leicht brechen können.

Vorbereitung

Das Pflanzloch sollte mindestens ein Drittel größer sein als der Wurzelballen. Den Aushub können Sie mit frux-Bambuserde mischen. Bei normalem Gartenboden genügt eine Mischung 1:1, bei schlechteren Böden empfiehlt es sich den Anteil Bambuserde zu erhöhen.

Frux-Bambuserde ist eine gebrauchsfertige Erde mit hoher Strukturstabilität und hoher Wasserhaltefähigkeit durch Tonmineralien. Dies garantiert ein gesundes Wachstum und Aussehen des Bambus.

Einpflanzen

Bei der Pflanzung ist zuerst wichtig den Untergrund aufzulockern. Falls Gefahr von Staunässe besteht noch eine Drainageschicht einfüllen. Den Wurzelballen ebenfalls lockern und in Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So viel Erde auffüllen, dass der Wurzelballen auf gleicher Höhe mit der Erdoberfläche ist.  Restliche Erde einfüllen, andrücken und wässern. Die Pflanze darf nicht zu nah an der Rhizomsperre sein, damit sie sich noch ausbreiten kann.

Häufig wird nach einer Pflanzung Rindenmulch verwendet, um den Unkrautbewuchs zu reduzieren. Bei einer Bambuspflanzung sollte damit vorsichtig umgegangen werden. Bei der Zersetzung des Rindenmulchs benötigen die Bodenorganismen Stickstoff, dieser wird dem Boden entzogen und der Pflanzen steht weniger hiervon zu Verfügung, Folge ist ein erhöhter Düngerbedarf.

Rhizomsperre

Bei Pflanzung von ausläuferbildenden Bambussen muss die Pflanzstelle mit einer Rhizomsperre eingefasst werden. Sonst lässt sich ein unkontrolliertes Ausbreiten nicht verhindern.

Die Rhizomsperre besteht aus 2 mm starkem Kunststoff, der 70cm hoch ist. Die Beetform lässt beliebig gestalten, da das Material recht flexibel ist.
Der Einbau erfolgt 65 cm tief, 5 cm müssen überstehe, um zu sehen falls ein Rhizom darüber wächst.
Der Überstand sollte öfter im Jahr kontrolliert werden. 
Rhizome wachsen in der Regel nicht tiefer als 60 cm, eine Garantie hierfür gibt es jedoch nicht.
Die Enden der Sperre werden mit einer Verschlussschiene aus Aluminium überlappend verbunden.
Das innere Ende darf hier nicht überstehen, sonst kann ein Rhizom hier einwachsen und die Schiene auseinanderdrücken.
Für eine längliche Pflanzung, zum Beispiel für eine Hecke, wird ein 65cm tiefer Graben ausgehoben. Die Rhizomsperre leicht schräg nach außen einstellen, die Enden überlappen lassen und mit der Alu-Schiene verschließen. Durch den leicht schrägen Einbau werden die Rhizome nach oben geleitet und können abgeschnitten werden. Für eine Hecke sollte eine Breite von 80-100 cm gerechnet werden. Bei einer Einzelpflanzung mindestens einen Durchmesser von 1,5 m einplanen. Ein zu enges Umstellen des Bambus mit der Rhizomsperre beeinträchtigt die Wasserführung des Bodens. Es kann zu Trockenschäden kommen und Sie müssen häufiger wässern.

Unsere Rhizomsperre entspricht dem gegenwärtigen Stand der Technik. Bei dennoch ausbrechenden Rhizomen übernehmen wir keine Haftung.

Alternativen

Es werden immer Alternativen zur Rhizomsperre diskutiert, bei allen muss trotzdem gegraben werden. Hier finden Sie drei Alternativen, die ebenfalls effektiv sein können.

Graben
Statt eine Rhizomsperre einzubauen wird ein Graben auf 70 cm Tiefe gezogen, mit Laub gefüllt. Zweimal im Jahr wird das Laub entfernt und die Rhizome, die die Lücke überwunden haben gekappt und aus der Erde entfernt. Diese Methode ist sehr effektiv, der Graben ist aber eine gefährliche Stolperstelle

Betoneinfassung
Fachgerecht eingebrachter Beton ist für ein Rhizom nicht zu durchdringen. Dies gilt auch nach mehreren Jahren. Wichtig ist die Tiefe von 70 cm nicht zu unterschreiten. Beim Stapeln von Betonringen
kann die Naht ein Angriffspunkt für die Rhizome sein.

Kübel
Betonkübel, Blumentöpfe, Regenfässer können auf den ersten Blick, preislich interessante Alternativen sein. Für große Bambusse werden diese Gefäße aber mit der Zeit zu eng. Die Erde wird nicht mehr als Nahrungs- und Wasserspeicher ausreichen, außerdem fehlt die Stabilisierung, der Bereich mit Laub wird schwer und unten fehlt ein Gegengewicht. Daher sollte ein Topf mindestens 50cm Durchmesser und auch diese Höhe haben.

Alternativen, die keinesfalls funktionieren sind Teichfolie, Mörtelkübel (zu geringe Höhe), Eternitplatten, Antidurchwurzelungsfolie.




 

Pflege im Jahresverlauf

Wässern

Was für alle Jahreszeiten gilt ist das Wässern. Nicht nur bei der Pflanzung  durch intensives Tauchen des Wurzelballens, sondern eine ständige Bodenfeuchte sollte bei jedem Bambus gegeben sein. Rollt der Bambus die Blätter ist dies ein Zeichen für extreme Trockenheit, nach einer ausreichenden Wassergabe werden die Blätter wieder entrollt. Bambusse im Kübel benötigen häufiger Wasser, als ausgepflanzte Bambusse. An heißen Tagen im Sommer müssen alle Bambusse jeden Tag gewässert werden. Immergrüne Pflanzen, wie Bambusse verdunsten auch im Winter, daher an frostfreien Tagen ebenfalls gießen. Bei Dauerfrost auch mal mit lauwarmen Wasser.

Bei Gefahr durch Staunässe im Boden mit den Wassergaben vorsichtig sein!

Pflege im Frühjahr

Im zeitigen Frühjahr sollten verschiedene Schnittmaßnahmen ausgeführt werden. 

Niedere Bambusse müssen immer zurückgeschnitten werde, da diese über den Winter strohig werden. Bei Pleioblastus pumilus, Pleioblastus distichus und Pleioblastus pygmaeus ist ein Rückschnitt bis auf 15 cm möglich, danach kräftig düngen und bald ist der Neuaustrieb sichtbar.

Mittelhohe Bambusse, wie Hibanobambus tranquillans ‘Shiroshima‘ oder Sasa palmata nebulosa nur auf ca. 1m zurückschneiden, so sind die unansehnlichen, eingetrockneten Blätter entfernt und auch hier wird der Neuaustrieb bald sichtbar.




Bei hohen Sorten alten Halme, die nicht mehr frischgrün sind, bodeneben abschneiden. In Pflanzgefäßen oder bei zu enger Rhizomsperre wird durch den Rückschnitt auch Pflanzenmasse reduziert. Sonst besteht die Gefahr, dass die Rhizomsperre gesprengt wird. Durch das Auslichten kommt mehr Licht und Luft in die Pflanze, es verringert sich das Risiko von Spinnmilben und Blattlausbefall.

Bambus besitzt einen hohen Nährstoffbedarf. Um den Neuaustrieb zu unterstützen wird im April bereits die erste Düngergabe gegeben. Unser Bambusdünger beinhaltet alle für den Bambus wichtigen Nährstoff, er ist stickstoffbetont und weist einen geringen Salzgehalt auf, die Nährstoffversorgung wird garantiert.

Pflege im Sommer

Im Sommer ist der Bambus sicher am schönsten, die neuen Halme sind da und alles Laub ist voll entwickelt.

Sehr wichtig in dieser Zeit sind die Wassergaben. Eine kontinuierliche Wassergabe garantieren Sie mit einer Tröpfchenbewässerung. Indem Sie einen Schwitzschlauche oder ein anderes System in den Bestand legen, diesen mit einem automatischen Computer versorgen, bekommt Ihr Bambus auch während Ihres Urlaubs ausreichend Wasser.  Diese Möglichkeit gilt auch für die Bambusse im Kübel auf Ihrer Terrasse oder dem Balkon. Besonders bei überdachtem Balkon wird vergessen, dass der Regen dort nicht ankommt und Ihre Pflanzen mit Wasser versorgt.

Bambus, speziell Fargesien, rollen häufig im Sommer die Blätter als Verdunstungsschutz. Auch ohne Wassergabe ist es möglich, dass die Blätter abends wieder entrollt werden.

Durch den Verkauf von Bambus im Topf, ist eine Pflanzung auch im Sommer möglich. Aber bedenken Sie den erhöhten Wasserbedarf im Anschluss an die Pflanzung.





Da die neuen Halme nun ausgereift sind, ist eine Höhenbegrenzung möglich. Ein abgeschnittener Halm wächst nicht weiter. Auch die Seitenverzweigung kann etwas eingekürzt werden, hierdurch wird diese dichter. Dieser Effekt ist bei einer Sichtschutzhecke erwünscht. Bei einem einzelnen Bambus kann es zu Puschelbildung kommen, was nicht immer so schön aussieht. Hier sollten zu hohe Halme bodeneben abgeschnitten werden.

Die Puschelbildung wird beim Formschnitt, der auch im Sommer durchgeführt werden kann, genutzt. Einige Sorten wir Phyllstachys viridiglaucescens oder Phyllostachys aurea eignen sich gut zum Formen von Stämmchen oder Pagoden. Störende Halme werden an der Basis abgeschnitten, Seitentriebe werden eingekürzt, für einen kompakten Wuchs. Für Pagoden müssen die Seitentriebe teilweise auch komplett entfernt werden. Dieser Prozess ist sehr langwierig und es muss regelmäßig nachgeschnitten werden.

Im Spätsommer ist eine weitere Düngergabe wichtig, Ihr Bambus wird dadurch gestärkt und ausgereift in den Winter gehen.


Pflege im Herbst

Im Herbst sammelt der Bambus Nährstoffe, um den Winter unbeschadet zu überstehen. Neupflanzungen im Herbst sollten bis Oktober durchgeführt sein. Nur so wurzelt der Bambus noch ausreichend ein. Zum Ende des Herbstes müssen die ersten Maßnahmen zum Winterschutz begonnen werden. Pflanztröge, ausgepflanzte Bambusse in rauen Gebieten und Pflanzungen im ersten Winter sind besonders gefährdet. Eine gute Maßnahme den Wurzelbereich zu schützen ist es, einen Kaninchendraht um den Bambus aufzustellen und diesen mit Laub auffüllen. Vor dem Auffüllen den Bambus noch einmal kräftig wässern. Auch das abgefallene Bambuslaub kann daher belassen werden.

Pflege im Winter

 

Die Pflege im Winter bezieht sich hauptsächlich auf Winterschutzmaßnahmen.

Frisch gepflanzte Bambus können mit einer dicken Laubschicht im Wurzelbereich geschützt werden.  

Bambusse im Kübel hingegen benötigen besonderen Schutz. Eine Möglichkeit ist es, den Kübel auf Styropor zustellen und  den Topf mit einer Kokosmatte gegen Frosteinwirkung einzupacken. Zusätzlich ist es bei einem sehr windigen und / oder sonnigen Standort sinnvoll, das Blattwerk mit einem Vlies abzudecken. Hier sollte keine Plastikfolie verwendet werden da sich darunter Kondenswasser bilden kann und die Blätter als Folge faulen können.

 Das Wintervlies empfiehlt sich auch im Januar / Februar bei ausgepflanzten Bambussen, denn bei kalten austrocknenden Nord- oder Ostwinden können die Blätter Trockenschäden bekommen.  Speziell kalte und klare Tage sind hier gefährlich. Der Bambus ist mehr durch Trockenheit als durch kalte Temperaturen gefährdet. Vor einer langanhaltenden Frostperiode und danach ist es wichtig, die Bambus zu wässern.

Schäden


Schädlinge und Krankheiten sind ein eher seltenes Bild an Bambus, meistens ist ein Befall ein Zeichen, dass der Standort nicht optimal ist.

Folgende Tabelle zeigt die Schäden und Gegenmaßnahmen auf:

Schäden

Aussehen

Maßnahmen

Staunässe

Laubfall, Vergilbung, Absterben und Weichwerden der jungen Halme

Drainage einbauen, Pflanzung etwas erhöht

Trockenheit

Einrollen der Blätter, späterer Laubfall

Wässern

Schädlinge

Blattvergilbung durch Saugen an den Blättern, später auch Pilzbefall möglich

Ausgewogene Ernährung, eventuell Einsatz von Pflanzen-schutzmittel

Frostschäden

Frosttrocknis

Winterschutz

Durch zu geringe Luftfeuchte, speziell bei Bambus im Innenraum, kann es zu Spinnmilbenbefall kommen. Die Blätter sind hierbei aufgehellt, weißlich schimmernd. Handelsübliche Mittel gegen Spinnmilben können verwendet werden. Blattläuse werden selten an Bambus beobachtet, bei Befall empfiehlt sich ein übliches Blattlaus-Mittel. Eine Folgeerscheinung von Blattläusen ist die Schwarzfärbung der Blätter, durch das Ansiedeln von Pilzen. Den Bambus mit Spülmittel einsprühen und sehr gut abbrausen. Beim Befall von Schildläusen muss der Bestand großzügig ausgelichtet werden, da diese ein Zeichen für einen zu dichten Bestand sind. Kaninchen und Wühlmäuse sind eine Gefahr für junge Pflanzen und Halme, eine Bekämpfung aber nur bei sehr starkem Befall durchführen.

Krankheiten sind meistens ein Zeichen für eine Nährstoffmangelerscheinung oder Folgen eines Schädlingsbefalls.

 


Winterschäden entstehen nicht nur durch niedrige Temperaturen, sondern durch trockene Ostwinde und mechanische Belastung durch Schnee. Schnee kann die Halme niederdrücken, meistens genügt es den Schnee abzuschütteln, Schneebruch ist aber auch möglich.

Geschädigtes Laub stößt der Bambus im Frühjahr ab und bildet neues. Halme, die dunkelbraune oder schwarze Flecken durch Frost haben, schneiden Sie im Frühjahr bodeneben ab. Ob auch die Rhizome durch Kälte geschädigt wurden, zeigt sich erst im Mai, wenn sich keine neuen Halme bilden und der Bambus sich nicht mehr erholt. Diese Zeit sollten Sie abwarten, es ist möglich, dass nur er obere Bereich einer Pflanze geschädigt ist.

Verwendung


Durch seine Vielfalt ergeben sich einige Verwendungsmöglichkeiten für Bambus. Sein immergrünes Erscheinungsbild bietet einen sehr guten Sichtschutz als Hecke oder als Einzelpflanze. Unterschiedliche Wuchsformen und Halmfarben wirken dekorativ bei Einzelpflanzung. Im Pflanzkübel auf Balkon oder Terrasse findet Bambus ebenfalls häufig Verwendung. Auch die Bodendecker-Bambusse sollen nicht unbeachtet bleiben.




Bodendecker-Pflanzung  

Die Bodendecker-Sorten eignen sich sehr gut als Unterpflanzung von hochwachsenden oder mittelhohen Sorten. Aber auch zur Flächenbegrünung sind diese kleinen Sorten zu verwenden. Wichtig ist der Einbau von Rhizomsperre, da die kleinen Rhizome in jede Ritze wachsen können. Das Abschneiden oder Abmähen nach dem Winter fördert den frischen Austrieb innerhalb weniger Wochen.

 

Heckenpflanzung 

Bambus bildet durch sein Laub und die flexiblen Halme eine lebendigere Hecke, als manche andere immergrüne Hecke.  Die Sortenvielfalt bietet sich die Möglichkeit eines filigranen, lockeren Gartenraumteilers, aber auch die Möglichkeit einer kompakten dichten Hecke. Das Einkürzen der Halme, das einmal im Jahr durchzuführen ist (Juli/August), lässt sich die Hecke auf der gewünschten Höhe halten, gleichzeitig entwickelt sich die Seitenverzweigung stärker und die Hecke wird dichter. Besonders gut für dichte Hecken eignen sich Phyllostachys bissetii, Phyllostachys aureosulcata ‘Aureocaulis‘, Phyllostachys nigra ‘Henonis‘, aber auch die verschiedenen Sorten von Fargesien. Pro laufenden Meter muss mit 1-2 Pflanzen gerechnet werden. Wichtig: Nicht die Rhizomsperre vergessen!

Bei Heckenpflanzung ist auch immer Grenzabstand ein Thema. Die Gerichte zählen Bambus zu den Ziergehölzen, daher müssen die Abstände für diese auch beim Bambus eingehalten werden. Die Abstände werden im Nachbarschaftsrecht der Bundesländer geregelt. Die Rhizome müssen ebenfalls am Grenzübertritt gehindert werden.

Kübelbepflanzung  

Häufigstes Problem bei einer Bepflanzung im Kübel die Größe dessen. Der Bambus muss sich darin entwickeln können. Am besten gleich einen Kübel wählen, der dreimal so groß ist wie der Wurzelballen. Beim Kauf  ebenfalls darauf achten, dass genügend Abfluss für das Wasser besteht und eine Drainage nicht vergessen. Ihr Bambus kann innerhalb von einer Woche gelbes Laub bekommen und dieses abwerfen, sollte sich Staunässe im Kübel bilden. Bei der Wahl der Sorte auf ausreichende Winterhärte achten, falls Sie keine Möglichkeiten haben den Bambus im Innenbereich zu überwintern. Der Standort darf auch nicht zu sonnig sein oder stark windig, besonders im Winter. Sonst kommt es zu Schäden am Laub und Sie müssen sehr viel gießen, wegen der hohen Verdunstung.

Bei der Pflanzung zuerst eine Drainageschicht aus Kies oder Hydrokulturkugeln einfüllen, darauf ein Vlies, damit die Erde nicht ausgeschwemmt wird. Für Kübelpflanzung empfiehlt sich die frux- Bambuserde, wegen der Strukturstabilität und der Wasserhaltekapazität. Auch beim Umtopfen immer diese Erde verwenden und altes Substrat vom Wurzelballen entfernen.

 




Sie können den Wurzelballen bei dieser Gelegenheit etwas verkleinern, dies regt das Wurzelwachstum an. Die Erde um den Wurzelballen etwas verdichten, 3 cm Gießrand bestehen lassen. Bambus möchte immer eine gewisse Feuchte im Boden, aber keine Staunässe. Im Sommer ist es möglich, dass Sie zwei Mal am Tag gießen müssen.

Zur Überwinterung im Innenbereich ist ein heller Standort, der nicht beheizt wird, zu wählen, beispielsweise Treppenhäuser, helle, frostfrei Garagen, helle Keller oder unbeheizte Wintergärten. Sind die Bedingungen nicht optimal ist Blattfall und Schädlingsbefall möglich. Das Wässern darf nicht vergessen werden!

Überwinterung im Außenbereich bedarf einiger Schutzmaßnahmen. Den Kübel auf Styropor stellen, Kokoswinterschutzmatten um den Topf wickeln, das Laub mit einem Vlies gegen Wind und Sonneneinstrahlung schützen. Falls die Möglichkeit besteht den Topf an eine geschützte Hauswand stellen, auch hier das Wässern nicht vergessen.

Bambus im Kübel auf Terrasse oder Balkon bietet einen guten Sichtschutz zum Nachbarn, kann aber auch ein dekoratives Element sein. Wir empfehlen mittelhohe oder kleinwüchsige Sorten zu verwenden.



Einzelstellung

Durch die unterschiedlichen Blattstrukturen und Halmfarben bietet Bambus auch als Einzelpflanze ein sehr schönes Bild. Es ist möglich einen sehr buschigen Bambus, der bis unten belaubt ist, auch als Sichtschutz zu verwenden, wie zum Beispiel Fargesia oder Phyllostachys aureosulcata ‘Aureocaulis‘. Phyllostachys vivax f. aureocaulis bietet keinen Sichtschutz, aber durch seinen Wuchs, die gelben Halme und das dunkelgrüne Laub ist diese Sorte ein imposanter Hingucker im Vorgarten.

Bei der Einzelstellung ist es wichtig die Rhizomsperre mit mindestens 1,5 m Durchmesser zu bemessen, 2 m sind besser. So hat der Bambus ausreichend Platz sich zu etablieren.




 

 

Begleitpflanzen für Bambus

Schwarzer Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus ‘Nigrescens‘) – ein etwas anderer Begleiter für Bambus

Häufig stellt sich die Frage, was zu Bambus gepflanzt werden kann. Zukünftig sollen hier regelmäßig Begleitpflanzen vorgestellt werden.

Den Anfang bildet eine der dunkelsten Pflanze, die sich für den Garten findet- Schwarzer Schlangenbart. Diese Staude stammt ursprünglich aus Japan. Die schmalen, immergrünen Blätter bieten auch im Winter ein dekoratives Bild im Garten. Weiße Blütenglöckchen mit rosa Schimmer erscheinen im Hochsommer - ein schöner Kontrast zum dunklen Laub. Aus diesen Blüten entwickeln sich im Herbst blauschwarze Beeren.

Der schwarze Schlangenbart eignet sich sehr gut als Unterpflanzung von Bambus, da er durch kurze Ausläufer einen lockeren Teppich bildet. Außerdem möchte er einen halbschattigen bis schattigen Standort.

Durch eine gute Winterhärte ist es eine sehr langlebige Staude. Ein regelmäßiger Rückschnitt oder Abmähen fördert das Wachstum von neuen Halmen.




 



Der Zauber Asiens – Japanische Ahorn als Begleiter für Bambus

Sehr schöne Begleiter für Ihre Bambuspflanzung sind die japanischen Ahorn-Arten. Wir unterscheiden hier den Japanischen Ahorn (Acer japonicum), sowie den Fächer-Ahorn (Acer palmatum). Diese Gruppe der Ahorn-Arten sind kostbare Juwelen für Ihren Garten. Durch Wuchs, Laubstruktur und –farbe bringen diese Ziergehölze einen besonderen gestalterischen Aspekt in Ihren Garten.

Der Japanische Ahorn und der Fächer-Ahorn sind sehr nah miteinander verwandt. Da nur sehr wenige Sorten publik gemacht werden, ist die Formen- und Sortenvielfalt wenig bekannt.

Diese Ahorn-Arten bieten ganzjährig etwas Besonderes für das Auge. Das Grazile der Äste und Zweige findet sich nicht häufig in der Pflanzenwelt, ebenso der zarte Austrieb der Blätter nach einem grauen Winter oder die Farbepracht im Herbst, die jeden Betrachter verzaubert.

Der Wuchs des ursprünglichen Japanischen Ahorns kann als  hoher Baum oder Strauch mit breiter Krone betrachtet werden, mit einer  Endhöhe von 8 bis 10m. Die sieben- bis neunlappigen Blätter besitzen ein frisches Grün, bis sie sich im Herbst tiefrot färben.

Auch der grüne Fächer-Ahorn (Acer palmatum) wird in der Heimat bis zu 15m hoch. Das lateinische ‚palma‘,  was „Handfläche“ bedeutet, wird auf die Form der Blätter bezogen. Die Wuchsform wird als breitbuschig beschrieben, wobei die Äste sich schirmartig neigen. Die Blätter sind sehr weit geschlitzt und fünf- bis elflappig. Durch das europäische Klima werden die Ahorn bei uns nicht so  hoch, wie in ihrer asiatischen Heimat.

Wir führen in unserer Gartenlust ein reichhaltiges Sortiment dieser besonderen Gehölze.

 



 
 

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