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Cornus kousa VENUS®
Eine Pflanzenneuheit.

 

Die Vorgeschichte

Die Hartriegel-Familie hat fünfundvierzig Mitglieder. Die meisten sind unauffällig. Aber einige, besonders die Blumenhartriegel, machen die große Show.

Weitere Information zu Cornus Venus finden Sie unter cornus-venus.com 

Die aus China gebürtige weißblühende Schönheit Cornus kousa chinensis ist kein Geheimtipp mehr. Nicht weniger Verehrer haben ihre amerikanischen Verwandten, Cornus florida rubra von der Ostküste der USA und Cornus nuttallii aus Oregon. Sie schmücken als Ziergehölze der Sonderklasse so manchen ambitionierten Garten. Leider werden beide seit etwa zwei Jahrzehnten von einem Gefäßpilz befallen, der kaum zu bekämpfen ist. (Wir kennen diese Krankheit, die sogenannte Anthracnose, schon vom Japanischen Ahorn.)


Rote Frucht der "Venus"® und kleine Blütenknospe für das Frühjahr 08.
Weitere Impressionen als Diashow

Die zweite Vorgeschichte
oder: der amerikanische Professor

In den sechziger Jahren wurde der in New Jersey an der Rutgers University arbeitende Professor Dr. Elwin Orton als Züchter neuer Ilex-Sorten bekannt. Als er das Gefühl hatte, auf dem Gebiet der Ilex seine Aufgabe erfüllt zu haben, wurde er beim Dekan vorstellig und fragte: Sir, what shall we do next? Der Chef dieser riesigen Uni, wohl kein Pflanzenspezialist und vielleicht überrascht vom Besuch des Mitarbeiters, überlegte kurz: Why don't you work on Pyracanthas? Was so viel heißt wie: Nehmen Sie sich doch die Pyracanthen vor, den Feuerdorn. Dr. Orton ging zurück in seine Abteilung: Hört her, wir sollen uns jetzt mit dem Feuerdorn befassen! So richtige Freude kam nicht auf.

Nach wenigen Wochen gab es in der Versuchsgärtnerei einen Unfall, bei dem ein Student beinahe ein Auge verlor. Dr. Orton verfluchte die dornigen Pyracanthen und beschloß, ohne seine Vorgesetzten zu informieren, sich lieber um die Gattung Cornus zu kümmern.

Die eigentliche Geschichte
oder: wie der Professor zu seinem Kind kam

Damals konnte er nicht wissen, daß seine Arbeit wegen der Anthracnose dereinst so wichtig werden würde. Er nahm zwei Arten von Hartriegeln, deren ursprüngliche Heimatgebiete sehr weit auseinanderliegen. Er kreuzte den Cornus kousa chinensis mit dem Cornus nuttallii der amerikanischen Westküste. Solche Pflanzenzüchtungen brauchen spezielle Kenntnisse und vor allem Geduld, sehr viel Geduld. Es dauerte neun Jahre, bis die ersten Sämlinge zur Blüte kamen. Nach weiteren Jahren der Selektion und Züchtungsarbeit und nochmaliger Rückkreuzung der Sämlinge mit Cornus kousa chinensis gelang Dr. Orton schließlich der große Coup: Cornus kousa "Venus"®, eine F1 Hybride, war geboren. Ein durch und durch gesunder Blumenhartriegel mit überaus großen cremeweißen Blüten. Eigentlich sind es die Brakteen, die Hochblätter, die aussehen wie Blüten, die uns so sehr in Staunen versetzen.

Das Feuerwerk

Diese "Venus"® verbindet alle guten Eigenschaften der Elternteile. Der Laie ist vor allem von der Blütengröße fasziniert, den Fachmann interessiert zuerst die Gesundheit.

Die Einzelblüten messen 13 cm im Durchmesser und bedecken die Pflanze fast völlig. Wenn Cornus "Venus"® um den 20. Mai herum blüht, hat sie ihre Blätter schon voll ausgebildet. Aber man sieht sie nicht. Sie werden überdeckt von der weißen Blütenfülle. Der Zeitpunkt der Blüte ist genial. Ende Mai ist das Blütenfeuerwerk des Frühlings verpufft, man wartet auf die Rosen. Die "Venus"® ist der letzte große Knaller, mit dem das Feuerwerk zu Ende geht.

Im Oktober, November erfreut sie uns mit großen erdbeerartigen Früchten und mit einer wunderbaren Herbstfärbung. Ihre Winterhärte ist vorzüglich. Sie kann überall in Deutschland und im europäischen Ausland gepflanzt werden. Es liegen jedoch noch keine Erfahrungen aus Ländern mit extrem trockener Kälte und Temperaturen unter minus 25 Grad Celsius vor.

Standort

Cornus kousa "Venus"® sollte als Solitär gepflanzt werden. Für diese Kostbarkeit lohnt es sich, ein anderes Gehölz zu roden. "Venus"® verträgt leichten Schatten, sollte aber nicht unter andere Bäume gepflanzt werden. Der Boden soll durchlässig und humos sein.

Was ist beim Pflanzen zu beachten

Das Pflanzloch soll etwa die dreifache Größe des Wurzelballens haben. Achten Sie darauf, daß es nicht zu Staunässe kommen kann. Wenn der Boden eher lehmig und kalkhaltig ist, kann man durch Beigabe von reichlich "Rhodohum" den ph-Wert im Wurzelbereich senken. Falls es sich um dichten Lehmboden handelt, wird man ihn durch die Zugabe von gewaschenem Sand 0/3 oder Blähton etwas luftiger machen.

Wuchshöhe

Nach einigen Jahren kann "Venus"® durchaus drei bis vier Meter Höhe und zwei Meter Breite erreichen. Sie verträgt jedoch sehr gut einen Rückschnitt. Dadurch verstärkt sich sogar der Ansatz der Blütenknospen. Der Rückschnitt muss unbedingt Anfang Juni erfolgen, da die Pfanze noch vor dem Herbst Triebe und Knospen ausbilden muss.

Pflege

Nach den vorliegenden Erfahrungen ist "Venus"® recht starkwüchsig, so daß man nach einiger Zeit durchaus an Rückschnitt denken kann, mit dem sich dieses Blütengehölz gleichzeitig etwas formieren läßt. Er muß unmittelbar nach dem Abblühen erfolgen. Die Pflanze soll genug Zeit haben für den Neutrieb im Juni, Juli und das Ansetzen der Blütenknospen (im August) für das nächste Jahr.

Wenn man die abgeschnittenen Zweige in eine Vase stellt, wird man staunen, wie lange sie halten. Zwei bis drei Wochen!

Hinweis

Diese Neuheit Cornus kousa "Venus"® ist sowohl in den USA als auch in Europa patentiert. Für sie besteht Sorten- und Markenschutz. Jegliche Weitervermehrung ist untersagt.

Der Generallizenznehmer für Europa ist die Baumschule Eberts in 76532 Baden-Baden. Die Baumschule Eberts hat ausgewählte Vertriebspartner, führende Baumschulen Europas.

Eine nahe Verwandte von "Venus" ist Cornus kousa "Starlight"®, die einfache Kreuzung zwischen den Arten Cornus nuttallii und Cornus kousa chinensis. Diese ebenfalls in den USA und in Europa geschützte und patentierte Neuheit blüht etwa zehn Tage früher als "Venus"® und ist weniger winterhart. Sie eignet sich zur Pflanzung südlich der Alpen.

 

 

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