Jetzt zeigt sich ihr Bambus von der besten Seite. Die neuen Triebe sind da, die Zweige haben sich entfaltet und die Blätter sind voll entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt kann der Bambus eingekürzt werden. Sie schneiden den Haupttrieb oberhalb des Knotens ab, sie können ggf. die Seitenzweige noch etwas einkürzen. Auf diese Weise wird die Belaubung dichter. Ein abgeschnittener Halm wächst nicht weiter.
Im Sommer wird es Tage geben an denen ihr Bambus für eine Wassergabe dankbar ist. Besonders, wenn die Luftfeuchte gering ist oder bei trockenem Ostwind.
Manche Bambusse signalisieren, dass sie Durst haben, sie rollen ihre Blätter ein und verringern dadurch ihre Verdunstungsoberfläche. Dies ist besonders bei den Fargesien festzustellen.
Das soll nicht heißen, dass nun alle Alarmglocken läuten. Natürlich wird sich ihr Bambus freuen, wenn sie sein Flehen wahrgenommen haben. Aber meist ist es so, dass sich die Blätter am Abend, sobald die Sonne untergegangen ist, von alleine entrollen.
Es ist klar, dass der Bambus auf den Menschen angewiesen ist. Technik, sprich eine Bewässerungsautomatik, kann helfen. Es hat sich gezeigt, dass Bambusse auf Balkonen, wenn sich ein weiterer Balkon darüber befindet und die Pflanzen keinen natürlichen Regen bekommen, sich schwer tun. Auch an die Ernährung muss gedacht werden. Sie kennen meinen Spruch: Als der liebe Gott die Pflanzen geschaffen hat, hat er von Töpfen nichts gesagt.
Dadurch, dass unsere Bambusse in Töpfen kultiviert werden, können sie auch im Sommer pflanzen. Es gibt eine kurze Phase, dann wenn die Neutriebe schieben, in welcher der Bambus etwas verletzlich ist.