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Jeder kennt das Beispiel der mit Bambus eingerüsteten Hochhäuser in China. Unserem TÜV würden wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen. Bauen mit Bambus hat eine lange Geschichte. Aus dem Leben der Bevölkerung in China ist das Riesengras nicht wegzudenken. Wie sagte der Franzose Le Castillon, nach dem der gelbhalmige Bambus mit den grünen Streifen benannt ist? "What would a poor Chinaman do without the bamboo?" In China hat man schon vor mehr als tausend Jahren den schiffbaren Kanal zwischen Bejing und Hangzhou mit Hilfe von Bambus ausgehoben; mit der Tragstange aus Bambus. An beiden Enden je einen Korb aus Bambus, für ein paar Schaufeln Erde.
Auch in Südamerika baute und baut man mit Bambus. In Kolumbien sieht man gute Beispiele. Obgleich in Südamerika der Bambus nicht das gleiche hohe Ansehen genießt wie es in Asien der Fall ist. Die Südamerikaner behandeln den Bambus oft als "poor man`s building material". Zwei Bambusmänner, die dagegen ankämpfen, sind Oscar Hidalgo, dessen Bücher als Bauanleitungen sehr hilfreich sind, und der junge Architekt Simon Velez, welcher übrigens auch für den Bambuspavillon auf der EXPO verantwortlich zeichnet. Die Geschichte dieses Baus und viel mehr über das Schaffen Velez' sind eindrucksvoll festgehalten in dem Buch "Grow your own House" (bei www.amazon.de zu kaufen), zusammengestellt von Mathias Kries und im Namen des Vitra Design Museums. Für den, der sich näher mit Bauen mit Bambus befassen möchte,
ist das Buch "Bambus IL 31" vom Institut für Flächentragwerke
(Frei Otto, Stuttgart) unverzichtbar. Wolfgang Eberts |