
Die unterirdischen Ausbreitungsorgane der Bambusse werden als Rhizome bezeichnet. Hierin werden auch Nährstoffe gespeichert. Je nach Wuchstyp entwickeln Bambusse lange oder kurze Rhizome, die für das Erscheinungsbild und die Verwendung verantwortlich sind.
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| Hortsbildene Rhizome | Hainbildende Ausläufer |
Ausläufer sind vom Rhizom, dem Wurzelstock der Bambusse gebildete unterirdisch horizontal im Boden wachsenden Triebe, aus denen sich später die neuen Halme entwickeln. Je nach Gattung und Art werden diese unterschiedlich stark ausgebildet oder treten gar nicht auf. Während also zum Beispiel alle Phyllostachys-Arten ein weiter streichendes Rhizomgeflecht bzw. Ausläufer aufweisen, bildet die Gattung Fargesia - der uns allen bekannte Gartenbambus - keine Ausläufer.
Vorteil des Ausbreitens: Man erhält auf Dauer einen richtigen Bambushain mit einzeln stehenden Halmen und bei niedrigen Bambussen eine exzellente Flächendeckung. Demgegenüber stehen die Halme bei Fargesien immer sehr nah beieinander. Zur Eingrenzung der ausläuferbildenden Bambusse ist der Einbau einer Rhizomsperre®. Unerlässlich.
Wenn Bambus sich ungehindert ausgebreitet hat, bleibt als Maßnahme zur Eingrenzung meist nur das Abstechen und Ausgraben der Rhizome. Dieser schweißtreibenden Arbeit ist auf jeden Fall der vorsorgliche Einbau einer Rhizomsperre vorzuziehen.
Rhizome, die einmal ausgebrochen sind, oder die von Anfang an ohne Rhizomsperre gepflanzt wurden, sind nur mühsam loszuwerden. Letztlich bleibt wirklich nur die mechanische Methode, gründlich umgraben und jedes kleine Rhizomstück auszusieben. Die Wurzeln, weiß und dünn, die seitlich vom Rhizom abgehen, sind unkritisch, aber ein übersehenes Rhizomstück, eher gelblich und dicker, kann ohne Weiteres eine neue Pflanze hervorbringen.
Mit genügend Geduld kann man auch versuchen, die Pflanze ‚auszuhungern’, indem man immer wieder die Neutriebe abschneidet. Da aber das Rhizom unterirdisch verbunden ist, versagt die Methode, wenn die Mutter-Pflanze noch irgendwo steht und Energie liefert. Außerdem muss der Vorgang über Jahre hinweg immer wiederholt werden, bis wirklich die Rhizome im Boden ausgelaugt sind. Bei niederem Bambus wie z.B. Pleioblastus Pumilus ist die Unterscheidung des Bambus zum normalen Gras sehr schwierig.
Die chemische Keule hat im Privatgarten nichts verloren, dazu haben selbst starke Mittel wie z.B. Roundup kaum eine Chance, den Bambus wirksam zu verdrängen.